Endlich ist sie da - die Canon EOS 7D MkII. Die Versprechungen, gerade was die HighISO-Fähigkeiten des Sensors angehen, waren groß - die Latte, die von der 6D vorgelegt war, in einer ambitionierten Höhe! Zeit, das neue Gehäuse auf die Probe zu stellen.

Im Indoor-Test soll die 7DMkII direkt 1:1 gegen die 6D antreten. Die Kandidaten sollen im Makro-Umfeld zeigen, was sie mit ISO 6400 leisten können. Als "Proband" muss (der letzte) 20 EUR-Schein aus dem Geldbeutel herhalten - aufgebahrt in einer Softbox. Der spätere Ausschnitt der Testbilder ist hier farbig markiert.

Als Objektiv wird in beiden Fällen ein 15 Jahre altes Sigma 28-80 3.5-5.6 II Macro aufgesteckt - das ist die Linse, mit der im konkreten Aufgabenbereich gearbeitet werden soll.

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 Schnellwechselplatte? ....oder Tragesystem?  ...oder doch beides zugleich??

Die Nutzer von Tragesystemen wie Blackrapid und Sun Sniper-Gurten kennen das Problem:

Da das Stativgewinde am Gehäuse von den Anschluss-Modulen der Tragesysteme belegt ist, muss beim Einsatz von Stativ oder Einbein immer mühselig umgeschraubt werden. Schnellwechselplatte - Tragesystem  Schnellwechselplatte - Tragesystem....

Es gibt nur wenig Lösungen, die einem das Umschrauben ersparen. Hier kommt dann meist eine 1/4"-Schraube mit ausklappbarem D-Ring ins Zentrum der Stativ-Schnellverschlussplatte, in die die üblichen Gurte per Karabinerhaken eingeklinkt werden. Doch: halten diese oft sehr filigran gearbeiteten Klapp-Mechanismen das Gewicht einer Vollformat DSLR mit TeleZoom auf lange Sicht aus? Oder kommt irgendwann das böse Erwachen, und die Schwerkraft siegt...?

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Es gibt teure Zubehör-Teile, die ein solides Anbringen eines Tragegurtes ermöglichen - das Ganze geht aber auch mit wesentlich geringerem finanziellem Aufwand und ein bisschen Handwerken!

Benötigtes Material aus dem Baumarkt:
- ein um ca 120° gebogenes Flacheisen. Ca. 2 EUR

Werkzeug:
- Metallbohrer
- Miniatur-Trennschleifer o.ä. ("Dremel")
- diverses Schleifpapier

In seltenen Fällen:- 1/4" Schraube (längere Ausführung) zur Montage der Schnellwechselplatte

Die Idee ist simpel: Das Eisen kommt zwischen die Schnellwechselplatte und den Kamera-Body. Die 2 mm Material zusätzlich schaffen die meisten Schrauben der Schnellwechselplatte. Ansonsten: längere Schraube bei Ebay oder Amazon ordern. Wenige Cent.
Der abgewinkelte Schenkel des Eisens wird bis auf eine kleine Nase abgetrennt. Der Überstand der Nase wird so gewählt, dass sich die Schnellverschlussplatte noch im Stativkopf einklicken lässt. Die Nase wird komfortabel rund zugeschliffen und mit einem Loch versehen. Ecken abschleifen bzw. entgraten. Fertig. Optional kann zwischen das Eisen und den Kamerabody noch eine Lage Anti-Rutsch-Folie vom Auto-Kofferaum gelegt werden - das schützt die Kunststoffoberfläche des Gehäuses und verhindert, dass sich die Metall-Platte ungewollt verdreht.

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Im Gegensatz zu der Lösung mit dem D-Ring lässt sich der Karabiner in der D.I.Y.-Lösung recht schnell und komfortabel einhängen und lösen.

Der einzige Nachteil: durch den schonungslosen Kontakt "Metall-auf-Metall" und den starren und massiven Charakter der Einhänge-Nase am Flacheisen ist hier deutlich Metallabrieb zu vermelden. Je nach verwendetem Tragesystem nimmt auf Dauer entweder das Material an der Einhänge-Nase ab..oder am Karabiner-Haken.

Das Bild hier zeigt meinen Karabiner (BlackRapid) nach ca 12 Monaten Nutzung.... 

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--> viel Spaß beim Nachbauen!

 

Ich möchte mir als Einsteiger gerne eine Kamera kaufen, bin mir aber noch unschlüssig, für welche ich mich entscheiden soll. Ziel sollen vor allem Außenaufnahmen, Landschaft und Tier sowie Portraits werden. Mir wurde die Nikon D5100 empfohlen, wobei Canon in den Tests teilweise besser abschneidet. [...] Können Sie mir eine Empfehlung aussprechen?

Eine solche Anfrage erreichte mich vor einigen Tagen. Die Kamera sollte ein Alleskönner sein, in der Einsteigerklasse rangieren und im Kit noch erschwinglich sein.
Nachdem ich mir die Spezifikation der D5100 angesehen hatte -zugegeben: in der Nikon-Welt bin ich nicht so sattelfest, dass ich die Daten aus dem Kleinhirn schütteln konnte- fiel auf:
Holla! Das liest sich nahezu identisch wie die EOS 700D. Ein direkter Vergleich ergab dann auch, dass die für den Anwender in dieser Klasse relevanten Eckdaten wirklich ganz eng beieinander lagen. Einzig die effektiven MP der Sensoren und das "Touch" beim Display der Canon waren signifikante Unterschiede.

Die EOS 700D ist eine interessante Einsteiger-Kamera, die hervorragend getestet wurde und deren Sensor durchaus ansprechende Ergebnisse liefert! Innerhalb der letzten 7 Tage hatte ich diese Kamera unabhängig voneinander zwei mal von "Einsteigern" in die Hand bekommen. Wertig verarbeitet, stimmige Navigation (...wenn man Canon gewohnt ist...) - und das Touch im Live-View lässt sich durchaus kreativ nutzen! Die D5100 kannte ich nur von Datenblättern und Tests....

So konnte ich im Endeffekt nur einen Ratschlag geben, den ich auch hier gerne nochmals festhalten möchte:

Gerade wenn die technischen Eckdaten der "Kandidaten" so eng beieinander liegen und noch keine weitere Ausstattung vorhanden ist, die übernommen werden soll - Gehen Sie in einen Elektro-Fachmarkt oder Fotohandel ihrer Wahl und nehmen Sie sich konkret die jeweiligen Kandidaten in die Hand. Die Kamera muss "passen". Der Druckpunkt der Tasten muss Ihnen behagen, die Finger müssen wie von selbst auf Position gleiten und das ganze Gehäuse muss zur Größe Ihrer Hand passen. Ist das Gehäuse zu groß oder zu klein, werden Sie die Kamera nicht sicher und fest in der Hand halten können. Liegen die Knöpfe ungünstig (Manche Fotografen nutzen das linke - manche das rechte Auge am Sucher...) erreichen Sie die verschiedenen Einstellungen während des Fotografierens nicht.... und das wird Sie früher oder später einschränken. .... Schauen Sie durch den Sucher, schiessen Sie im Laden ein paar Aufnahmen, hören Sie sich das Geräusch an, fühlen Sie die Oberflächen der Gehäuse... klicken Sie sich ein paar mal durch die Menüs... Auch im Zeitalter von Amazon und Ebay: eine Kamera muss (!) man im Laden in die Hand nehmen! Das ist Pflicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kannst du mir mal Blende und Verschlusszeit aufschreiben? Und ISO?

Nachdem mir der Aufwand mittlerweile einfach zu hoch ist, zu jedem Bild die Metadaten auf Nachfrage herauszusuchen und abzutippen, hab ich in LR jetzt ein separates Export-Preset erstellt. Das LR Plugin "LR/Mogrify" kann alle Tags der EXIF-Daten durchaus ansprechend direkt ins Bild brennen!

So kann der Betrachter direkt sehen, mit welchen Einstellungen das Foto entstanden ist!

 

 

the power of RAW -

Heute: den Weissabgleich verstehen!

So banal wie es klingt: es gibt kaum etwas, das für die digitale Fotografie so schwer ist, wie die Farbe "WEISS". Während das menschlich Auge bzw. Sehzentrum einfach gelernt hat, dass ein leeres Blatt Papier die Farbe "Weiss" hat, tut sich die Digitalkamera bei dieser Aufgabe richtig schwer: abhängig davon, welche Lichtquelle im Raum vorherrscht (Kunstlicht, Leuchtstoffröhrenlicht, Kerzenschein, Sonne) hat nämlich das Lichtsprektrum, das von der Papieroberfläche zurückgeworfen wird, eine vollkommen unterschiedliche Farbtemperatur. Das menschliche Gehirn passt seine Wahrnehmung in diesen Fällen jeweils weitestgehend der Situation an und "setzt" quasi nach gelerntem Wissen die Färbung des Papiers als "weiss" - der Referenzwert für alle anderen Farben in der Szene. Die Abstufungen der anderen Farben werden vom Gehirn jeweils in Relation zum Weiss des Papiers interpretiert.

Die Digitalkamera kann nicht denken. Sie kann allenfalls "schätzen" und "vermuten" - und so geschieht das dann auch: die Kamera "vermutet" - je nach eingestellten Parametern - welche Farbausprägung im aktuellen Bild wohl das "Weiss" sein muss. Die restlichen Farben und Töne werden dann wieder in Relation zu diesem vermeintlichen Weiss abgestuft.

Fast alle Kameras verfügen über verschiedene Modi, diesen Weissabgleich einzustellen - üblicherweise mit WB = WhiteBalance benannt.
Gängig sind

"AWB" - der automatische Weissabgleich
"Tageslicht" - für Sonnenlicht
"Kunstlicht" - für Glühlampen
"Leuchtstoffröhren" - für eben diese Beleuchtung

Das Gros der Fotografen die direkt im JPG-Format fotografieren, wird hier den AWB - AutomaticWhiteBalance - gewählt haben. Die Kamera versucht im gewählten Bildausschnitt zu erkennen, welcher Ton wohl das "Weiss" sein muss. Mit dieser Vermutung werden dann die restlichen Farben gewerten und dargestellt. "Täuscht" sich die Kamera-Logik hier jedoch, so ist eine Korrektur der einmal gewichteten Farbtemperaturen im Nachgang nur noch schwer möglich und bringt massive Qualitätsverluste am Bild mit sich.

Ein Bild, das von der Kamera als RAW gespeichert wird, kommt ohne diese Interpretation der Farbtöne daher. Das RAW speichert alle Daten direkt so, wie der Bildsensor der Kamera diese Daten erfasst hat. Das RAW-Bild an sich ist von daher absolut ungeeignet, um direkt verwendet zu werden - es muss erst am Computer "entwickelt" werden. Hier obliegt es dann dem Menschen, im Bild Farbton und Weiss-Balance einzustellen. Diese Einstellung im RAW-Bild kann aber sehr bequem und ohne Qualitätsverlust des Bildes erfolgen.

In dem hier gezeigten Raster wurde vom Stativ aus vier mal die selbe Szene fotografiert - an erster Position als RAW, danach als JPG mit AWB, in der zweiten Reihe dann als JPG mit Tageslicht-Einstellung und an letzter Position als JPG mit Kunstlicht-Einstellung.

In keinem der vier Bilder sind die Farbabstufungen identisch. Die Szene wurde überwiegend von Tageslicht beleuchtet - jedoch aber mit zusätzlichem Kunstlicht. Der Automatische Weissabgleich interpretiert hier die Farben grundlegend zu kühl und zu blass. Die reine Tageslicht-Einstellung aber ebenfalls zu gleichförmig und ohne Brillianz.

Mit dem RAW-Bild der Kamera kann jedoch die Anpassung von Farbe und Ton (...und auch Schärfe, Ausschnitt, Rotation, Seitenverhältnis....) am PC in Ruhe eingestellt werden. Das RAW hat in jedem Fall ALLE zum Aufnahmezeitpunkt von Sensor erfassten Daten gespeichert.

 

Wie hier in Adobe Lightroom kann nun mit den verschiedenen Einstellungen experimentiert werden, bis das Bild die optimale Farbtonwiedergabe zeigt.
Noch ein paar weitere Korrekturen, und die RAW-bearbeitung ist abgeschlossen und das fertige Bild wird nun als JPG gespeichert. Das RAW selbst bleibt weiterhin vorhanden und kann z.b. auch ein weiteres mal in einer anderen Bearbeitung getestet werden....

 
the power of RAW !

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