In letzter Zeit häufen sich - größtenteils persönlich unterbreitete - Anfragen an mich, die sich mit folgendem Satz zusammenfassen lassen:

"Welche Kamera ist die beste?"

Um einen Großteil der uniformen Erstanamnese abzufangen, möchte ich an dieser Stelle ein paar Aspekte aus der Schublade "Allgemeine Informationen" klären.

Die Politiker-Antwort auf die obige Frage ist schlicht

"...das kommt drauf an..."

Dann kommt üblicherweise sowas wie

"Auf was denn?"

Und dann

"Auf das, was du mit der Kamera machen willst!"

Kamera ist nicht gleich Kamera - und kein Einsatzzweck ist so wie der andere....genausowenig wie ein Budget so ist wie das andere und sich die Vorkenntnisse und Ambitionen des einen oder anderen Ratsuchenden gleichen.
Ein Beispiel: Ein "Fotoapparat", dessen primärer Einsatzzweck die Dokumentation von 10 Tagen skandinavischer Tundra (Outdoor! Ohne Möglichkeit zum Akkuladen) sein soll, steckt einen anderen Rahmen wie eine Kamera die ergänzend zur schon vorhandenen DSLR angeschafft werden will - oder eine Erstausrüstung für den ambitionierten Fotografen, der sich nach längerer Abstinenz mal was "gescheites" zulegen möchte.

Ich beantworte gerne Anfragen und gebe Empfehlungen - noch leichter fällt mir das aber, wenn ich mir ein Bild machen kann, wohin die Reise gehen soll.

Einige Aspekte:

- Einsatzzweck: "Knipsen" / "Fotografieren"
- Vorkenntnisse: Blutiger Anfänger / Aufsteiger "Handy-Kamera-Klasse" / Aufsteiger Kompakt-Klasse / ....
- Ziel: Urlaubsfotografie / intensiv ausgeübtes Hobby - oder gar mehr
- Anspruch / Verwendung: Zeigen auf dem IPad reicht aus / Druck in Profiqualität auf Postergröße
- Nachbearbeitung: Knipsen->übertragen->fertig / Nachbearbeitung ( xy Minuten / Bild)
- Transport: Hosentasche / Gewicht und Größe irrelevant
- Erweiterbarkeit des Systems
- Budget (!!)
- ...

Neben diesen Aspekten spielen natürlich auch noch Besonderheiten des Einsatzzwecks eine Rolle in der Empfehlung - aber wer mich mit den o.g. Informationen versorgt, kriegt gerne von mir einen oder mehrere begründete Kaufvorschläge (üblicherweise sogar mit Praxiserfahrungshintergrund).

Merke:
Das Leben ist zu kurz für schlechte Fotos!

 

Beste Grüße
Manuel

Verfluchter Balkon!

Die Orion-Saison der Astrofotografie ist ist angebrochen - und:
Ja! Bilder von Orion posten ist in etwa so, wie wenn beim Thoman im Gitarrenbunker jeder dahergelaufene picklige 12jährige anfängt, die ersten drei Takte von "Smoke on the Water.." anzustimmen.

Ich steh dazu - ich nehms zum Testen gerne her, weils so viele Referenzbilder dazu gibt. Jedenfalls: komplett neues Setup an Montage und Equipment muss getestet werden. Dafür ist Orion gut genug.

Zum Hintergrund: Das Hauptproblem bei der Astroknipserei ist, dass sich die Erde dreht. Punkt. Lässt sich jetzt so ohne größeren Aufwand nicht von heute auf morgen ändern. Würde man "konventionell" fotografieren, würden die Sterne keine Punkte sondern langgezogene Striche werden, weil sich die Position der Sterne während der Belichtung ändert. Abhilfe: Die Montage der Kamera muss sich absolut gleichförmig zur scheinbareren Bewegung des Sternenhimmels bewegen, so dass die Ausrichtung derOptik immer auf den gleichen Punkt am Himmel bestehen bleibt.

Mangels Mobilität (Gipsfuß! Noch immer!) ist der Balkon das einzig erreichbare Territorium. Eine klare Nacht steht an -> alles auf dem Balkon aufbauen - ausrichten mit GPS, Kompass, Tabellen, Lotschnur, Wasserwaage etc, - 400 Bilder machen und nacharbeiten.

Eines der Resultate hier - eine Kombination von über 40 Einzelbildern à 60 Sekunden. Auf den ersten Blick "Ok" - auf den zweiten und dritten Blick allerdings desaströs!

 

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In der 100 % Ansicht der Einzelbilder kommen Fehler zutage, die ich seit 10 Monaten nicht mehr gesehen hatte....

 

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Die Sterne streifen nicht nur, sie tanzen, hüpfen, taumeln, wackeln, rutschen....

Des Rätsels unglaubliche Lösung: Der Balkon!
Selbst wenn sich während der Aufnahme niemand auf dem Balkon aufgehalten hat, reicht offernbar simples "Gehen" im angrenzenden Wohnzimmer aus, um die Vibrationen über den Boden in den Balkon zu geben - und somit ins Stativ und in die Kamera - und das war's dann!!

Fazit: Ich muss wohl oder Übel den Gipsfuß aushalten und warten, bis ich wieder Auto fahren darf, um dann an meinem Stamm-Hügel Station auf festem Erdboden zu beziehen...

 

Technische Details:

Datum: 2012-10-18
Ort: 50.033258,10.51518
Gehäuse: Canon EOS 7D FW 2.0.3
Objektiv: Canon EF 200mm f/2.8L USM
ISO: 1600 / 3200
Blende: 3.2
Verschlusszeit: 44 x 60 sec bei 90% Stacking
Anmerkungen: -

 

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Die Lieblingsstrumpfhose

 

Technische Details:

Datum: 2012-10-03
Ort: 50.033258,10.51518
Gehäuse: Canon EOS 7D FW 2.0.3
Objektiv: Canon EF 200mm f/2.8L II USM
ISO: 1600
Blende: 2.8
Verschlusszeit: 1/200s
Anmerkungen: -

 

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Basilisken-Klapperschlange, Zoo Wilhelma, Stuttgart

 

Technische Details:

Datum: 2012-09-01
Ort: 48°48'23" N 9°12'23" E
Gehäuse: Canon EOS 7D FW 2.0.0
Objektiv: Canon EF 200mm f/2.8L II USM
ISO: 1600
Blende: 2.8
Verschlusszeit: 1/200s
Anmerkungen: Freihand, ca. 30mm Zwischenring

 

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Stimmungsvolle Aussicht von der Wasserkuppe.

 

Technische Details:

Datum: 2012-09-09
Ort: 50.497323,9.93644
Gehäuse: Canon EOS 7D FW 2.0.0
Objektiv: Canon EF 200mm f/2.8L USM
ISO: 100
Blende: 6.3
Verschlusszeit: 1/1250s
Anmerkungen: -

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